← Zurück zum Blog

Gnosis Pay schließt seine eigene Web-App

Gnosis Pay hat am 3. September einen Beitrag mit dem Titel „The Next Era" veröffentlicht und kündigt darin an, das eigene Verbraucherprodukt einzustellen. Die Web-App, über die man sich bislang direkt bei Gnosis Pay anmelden und eine Gnosis Card nutzen konnte, wird bis Jahresende abgeschaltet. Danach existiert eine Gnosis-Pay-Karte nur noch innerhalb der App eines Partners.

Das ist der Abschluss einer zweijährigen Verschiebung, keine plötzliche Kehrtwende. Gnosis Pay ging vom Herausgeber der ersten selbstverwahrten Visa-Karte im Kryptobereich zum Betreiber der Infrastruktur über, auf der andere Unternehmen ihre Karten bauen — eine Enterprise-Plattform, die seit Anfang des Jahres läuft und bereits Partner wie Picnic, Zeal und MiniPay versorgt. Die Web-App ist der letzte verbraucherorientierte Rest und der einzige Weg, der nie über einen Partner führte. Fällt sie weg, bleibt kein direkter Zugang zu Gnosis Pay mehr.

Der Umzug bringt sofortige Auszahlungen, sofortige Stornos und täglich gebündelte Abwicklung

Gnosis Pay nennt konkrete Verbesserungen, die an die neue Plattform gebunden sind, nicht bloß ein neues Etikett: sofortige Auszahlungen statt der bisherigen Sicherheitsverzögerung, sofortige Stornierungen statt Warten auf den Visa-Erstattungszyklus und weniger abgelehnte Zahlungen. Die Abrechnung wechselt außerdem von einzeln pro Transaktion zu einmal täglich gebündelt, was ein Datenschutzgewinn ist — ein Tagespaket lässt sich nicht so zeitlich zuordnen oder verknüpfen wie ein Live-Feed pro Transaktion.

Nichts davon kommt automatisch. Ein Partner muss zuerst auf die neue Plattform migrieren, und Gnosis Pay kündigt an, in den kommenden Wochen laufend Updates zu veröffentlichen, sobald das jeweils geschieht. Gebühren, Prämien und Supportbedingungen legt der Partner fest, nicht Gnosis Pay — wie eine Karte danach aussieht, hängt also davon ab, bei welcher App jemand landet.

Rebind ist das erste bestätigte Ziel, mit kurzem Bonusfenster

Für EUR-, USD- und CHF-Guthaben verweist Gnosis Pay Web-App-Nutzer auf Rebind, genannt als einer der ersten bestätigten Partner für die neue Plattform. Rebind bietet bis zu 100 € für alle, die bis zum 9. September — fünf Tage nach der Ankündigung — von der Gnosis-Pay-Web-App wechseln. Wer den Termin verpasst, kann die Karte über Rebind trotzdem weiter nutzen, nur ohne den Bonus.

Konten lassen sich nicht zwischen Partnern übertragen und sind nicht mehr auf eines pro Person begrenzt. Jemand kann gleichzeitig ein Rebind-, ein MiniPay- und ein Picnic-Konto führen, jedes mit eigener Karte, statt einer einzigen Gnosis-Pay-Identität mit einer Karte.

Das Kartenvolumen von Gnosis Card lag im August bei rund 200 Mio. USD im erfassten Umsatz — hier ordnet also ein etablierter Herausgeber neu, wie überhaupt jemand eine Karte hält, statt dass ein kleines Programm leise verschwindet. Wer die Web-App aktuell nutzt, sollte jetzt eine Partner-App auswählen statt abzuwarten: Gnosis Pay hat nicht zugesichert, dass die Web-App über das Jahresende hinaus läuft, und das Bonusfenster beim ersten bestätigten Partner ist ohnehin knapp.

Quellen: Gnosis Pay: The Next Era, X-Auslöser.