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Ethena Pay: was das Konto ist und wo Pay Never endet

Ethena hat Ethena Pay als Internet-Money-Neobank vorgestellt und nicht als Karte. Diese Einordnung ist der richtige Zugang: Die Visa-Karte ist eine Oberfläche eines Kontos, und im Konto stecken die eigentlichen Entwurfsentscheidungen.

Fiat-IBAN-Schienen liegen auf einem selbstverwahrten Stablecoin-Konto

Ethena Pay verbindet Fiat-IBAN-Schienen mit einem selbstverwahrten Stablecoin-Konto — zwei Dinge, die sonst nicht zusammenkommen. Geld kommt über globale Onramps in US-Dollar, Pfund und Euro herein, liegt als Stablecoins, die der Nutzer kontrolliert, wandert sofort zwischen Ethena-Pay-Konten und verlässt das Konto an der Kasse über eine Visa-Karte.

Cashback reicht in der obersten Stufe bis 5 Prozent, das Guthaben verdient über das, was Ethena Daily Boost nennt, bis zu 6 Prozent im Jahr. Beide Zahlen sind gestaffelt, und die Staffeln sind die ganze Geschichte: Cashback hört bei bestimmten Umsätzen auf, und der Boost hat eigene Obergrenzen.

Hinter der Karte stehen drei Unternehmen

Die eigene FAQ von Ethena Pay nennt alle drei: Die Spend Card wird von Third National unter Lizenz von Visa ausgegeben, das Kartenprogramm führt Signify Holdings, Inc. d/b/a Rain, und die App betreibt Ethena Pay Ltd.

Dass eine neue Kryptokarte alle drei benennt, ist ungewöhnlich und anzuerkennen. Es sagt Karteninhabern zugleich, wo sie hinsehen müssen, wenn etwas schiefgeht: Reklamationen, die Behandlung von Guthaben und die Bedingungen, denen man tatsächlich zustimmt, hängen am Emittenten und nicht an der Marke auf dem App-Symbol.

Auf der kostenlosen Stufe decken die Prämien 68 Cent am Tag

Die Ankündigung beschreibt einen Zustand, in dem Sparprämien die täglichen Ausgaben decken. Das ist eine Rechenaussage, und entschieden wird sie von den Obergrenzen des Daily Boost.

Standard verdient bis zu 5 Prozent im Jahr auf ein anrechenbares Guthaben von bis zu 5.000 US-Dollar. Das sind 250 im Jahr oder 20,83 im Monat — rund 68 Cent am Tag. Pro verdient bis zu 6 Prozent auf bis zu 15.000, also 75 im Monat. VIP bis zu 6 Prozent auf bis zu 50.000, also 250 im Monat.

Die Obergrenze für „durch Prämien gedeckte Ausgaben" liegt damit bei 68 Cent am Tag in der kostenlosen Stufe, 2,47 bei Pro und 8,22 bei VIP. Mehr als das anrechenbare Guthaben zu halten hebt die Zahl nicht, denn gedeckelt ist das Guthaben, auf das der Boost wirkt, nicht das Guthaben, das auf dem Konto liegen darf.

Der Boost verlangt außerdem mindestens eine qualifizierende Kartentransaktion pro Kalendermonat. Es ist also kein Ort, an dem man Geld einfach liegen lässt: Der Ertrag auf dem Guthaben hängt daran, dass die Karte benutzt wird.

Zusammen mit der Cashback-Obergrenze liegt der maximale Monatsertrag der kostenlosen Stufe bei rund 136 US-Dollar — 115 Cashback, die nur mit 4.000 Umsatz im Monat erreicht werden, plus 20,83 Boost. Für ein kostenloses Produkt ist das eine reale Rendite. Ein Zustand, in dem Prämien den Alltag bezahlen, ist es nicht.

49 Länder, keine US-Personen, nur iOS

Die Spend Card läuft in 49 Ländern und wird US-Personen nicht angeboten. Die App ist auf iOS gestartet. Die Identitätsprüfung gehört zum Onboarding, für jemanden, der sie vermeiden will, ist das nichts.

Mehrwährungs-Sparen in lokaler Währung führt Ethena in eigenen Materialien als kommend und nicht als aktiv. Wer genau deswegen ein Konto eröffnen will, prüft das besser vorher.

Vor der Anmeldung lohnt es, zwei Zahlen nebeneinanderzulegen: den monatlichen Kartenumsatz und das Guthaben, das realistisch auf dem Konto liegen wird. Jede hat ihre eigene Obergrenze, und keine hebt die andere. Die aktuell erfassten Werte stehen auf der Seite zur Ethena Pay Card.