Solid ermöglicht Einzahlungen in 16 Landeswährungen
Solid hat über eine Partnerschaft mit TransFi Einzahlungen in Landeswährung freigeschaltet. Im Einzahlungsbereich der App stehen lokale Zahlungsmethoden nun neben den Stablecoin-Einzahlungen. Das Geld verlässt ein Bankkonto oder eine Mobile-Money-Wallet in Landeswährung und landet als Dollar im Solid-Guthaben, ganz ohne Exchange-Konto dazwischen.
Zum Start sind Argentinien (ARS), Kolumbien (COP), Bangladesch (BDT), Brasilien (BRL), die Eurozone (EUR), Ghana (GHS), Indonesien (IDR), Kenia (KES), Malaysia (MYR), Mexiko (MXN), Nigeria (NGN), Peru (PEN), die Philippinen (PHP), die Vereinigten Arabischen Emirate (AED), Uganda (UGX) und Sambia (ZMW) freigeschaltet. Die akzeptierten Methoden unterscheiden sich je Land und folgen dem, was vor Ort ohnehin genutzt wird: Pix in Brasilien, SPEI und CODI in Mexiko, M-Pesa und Airtel in Kenia, bKash und Nagad in Bangladesch, QRIS und OVO in Indonesien, GCash und PayMaya auf den Philippinen, SEPA in der Eurozone. Südafrika und die Elfenbeinküste sind ohne Termin als geplant gelistet.
Weg fällt die Börse, nicht die Verifizierung
Weg fällt die Exchange, nicht die Verifizierung. Wer außerhalb der USA ein selbstverwahrtes Guthaben aufladen wollte, brauchte bisher eine zweite Registrierung, eine zweite Identitätsprüfung, einen Stablecoin-Kauf zum jeweiligen Spread, eine Entscheidung über das Auszahlungsnetzwerk und eine Netzwerkgebühr. Die lokale Schiene schrumpft das auf eine Überweisung zusammen, wie sie der Absender ohnehin täglich ausführt.
TransFi verantwortet ausschließlich den Fiat-Teil. Die Ankündigung von Solid stellt klar, dass sich an der Verwahrung nichts ändert: Guthaben werden in die eigene Wallet der Nutzerin oder des Nutzers abgewickelt, und Banküberweisungen am Rand des Systems verschaffen Solid keine Möglichkeit, Gelder einzufrieren oder zu bewegen. Mitgeliefert wird allerdings, dass lokale Einzahlungen den Bedingungen und Prüfanforderungen von TransFi unterliegen. Identitätsprüfungen bestehen also weiter, sie sind nur an eine andere Stelle gewandert.
Einzahlungsabdeckung ist nicht Kartenabdeckung
Das ist die Grenze, die am häufigsten falsch gelesen wird. Einzahlungen laufen in 16 Währungen in Lateinamerika, Afrika, Asien, am Golf und in der Eurozone, während die Solid Card in unterstützten Märkten in den USA, Lateinamerika und Afrika verfügbar ist. Ein Einzahlungskorridor in Indonesien, Malaysia, Bangladesch oder den Emiraten heißt, dass sich das Guthaben lokal aufladen lässt. Ob für dasselbe Konto eine Karte ausgegeben wird, ist eine separate Frage der Berechtigung, die in der App beantwortet wird.
Auch Auszahlungen sind nicht spiegelbildlich zu den Einzahlungen. Thailand taucht in der Ankündigung nur als Auszahlungsmarkt auf, und Solid beschreibt Korridorverfügbarkeit, Zahlungsmethoden, Gebühren, Limits und Abwicklungszeiten als je nach Land und Methode unterschiedlich. Ein Korridor, der Geld hereinlässt, schickt es nicht automatisch wieder hinaus.
Der zweite Kostenblock steckt im Umrechnungskurs
Eine Gebührentabelle wurde nicht veröffentlicht, und genau das ist der praktische Punkt. Gebühren und geschätzte Gutschriftzeit erscheinen vor der Bestätigung in der App, beide schwanken nach Land und Zahlungsmethode. In jeder lokalen Einzahlung stecken zwei Kosten: das, was TransFi für den Fiat-Teil berechnet, und der Kurs in dem Moment, in dem aus Landeswährung Dollar wird. Der zweite Posten tritt nicht als Gebühr auf.
Vor einem Wechsel des Einzahlungswegs lohnt der Vergleich mit einem realistischen Aufladebetrag: das Angebot in der App gegen die bisher genutzte Exchange-Route, inklusive deren Spread und Netzwerkgebühr. Bei einer Währung, die Monat für Monat an Wert verliert, wiegt der schnelle Weg zum Dollarguthaben womöglich schwerer als ein paar Basispunkte; bei günstigem SEPA-Zugang in der Eurozone wird der Abstand schmaler und die Antwort weniger eindeutig. Die Ausgabebedingungen der Karte bleiben in beiden Fällen unberührt: Cashback, Gebühren und Händlerakzeptanz sind, was sie vor diesem Update waren.
Quellen: Solid x TransFi: Konto direkt von der lokalen Bank aufladen