Rain finanziert die tägliche Visa-Abrechnung über eine Onchain-Kreditlinie
Jedes Kartenprogramm schuldet Visa den Abrechnungsbetrag am selben Tag und holt sich das Geld erst danach bei den Karteninhabern. Das Kapital für die Tage dazwischen muss irgendwoher kommen. Visa hat nun offengelegt, woher es bei einer Reihe stablecoin-gebundener Programme stammt, samt Zahlen.
Zuerst die Größenordnung. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres zählte Visa über 160 aktive stablecoin-gebundene Kartenprogramme im eigenen Netz, das Zahlungsvolumen dieser Programme wuchs um fast 200 Prozent gegenüber dem Vorjahr, und das Abrechnungsvolumen in Stablecoins überschritt eine aufs Jahr hochgerechnete Laufrate von 20 Milliarden US-Dollar.
Warehouse Lines passen nicht zu einem Programm, das täglich abrechnet
Die Instrumente, die diese Lücke sonst schließen, Warehouse Lines und Verbriefung, sind auf Portfolios in großem Maßstab zugeschnitten; laut Visa finanzieren sich die größten Programme im Netz genau so. Am unteren Ende scheitert nicht die Idee, sondern der Zuschnitt. Ein Stablecoin-Programm rechnet an sieben Tagen der Woche ab, Wochenenden und Feiertage eingeschlossen, und ein Programm im ersten Jahr braucht vielleicht ein paar Millionen Dollar, täglich gezogen und zurückgezahlt, besichert durch Forderungen, die gerade erst zu entstehen beginnen. Die Fixkosten einer vollständig dokumentierten Fazilität amortisieren sich darüber nicht, und eine Historie, gegen die ein Kreditgeber prüfen könnte, existiert noch nicht.
Ein Vertrag vor dem Betriebskonto erzwingt die Rückzahlung
Die Antwort, die Credit Coop gemeinsam mit Visa gebaut hat, ist eine in Stablecoins denominierte revolvierende Fazilität: Sie finanziert die tägliche Abrechnungsverpflichtung gegenüber Visa und nimmt die Abrechnungsforderungen selbst als Sicherheit. Die Forderungen laufen durch einen Smart Contract namens Spigot, bevor sie auf dem Betriebskonto des Programms ankommen, und die Rückzahlung wird automatisch aus den eingehenden Mitteln bedient. Visa vergleicht das mit einer Lockbox unter einem Deposit Account Control Agreement: derselbe vorrangige Anspruch, nur im Code durchgesetzt statt durch manuelle Überträge.
Das zweite Element sind Daten. Mit Zustimmung des jeweiligen Programms erhält Credit Coop dessen tägliche Abrechnungsdateien von Visa direkt und bemisst Linienhöhe, Auszahlungen und Rückzahlungsprüfung daran. Laut Visa sind die Finanzierungskosten teilnehmender Programme um bis zu 30 Prozent gesunken, seit mehr Kreditgeber sich mit der Struktur vertraut gemacht haben.
Rain zieht und tilgt auf dieser Linie seit August 2023
Das durchgerechnete Beispiel ist Rain, Visa Principal Member, unter dessen BIN mehrere eigenständig auftretende Karten laufen. Rain zieht Mittel für die tägliche Abrechnungsdatei, das Geld geht an die Abrechnungsadresse von Visa, und die Zahlungen der Karteninhaber fließen über den Spigot zurück, bedienen Zinsen und füllen die Linie wieder auf. Die Zahlen von Visa: rund 2 Milliarden US-Dollar an finanziertem Abrechnungsvolumen seit August 2023, mehr als 2.000 Ziehungen und 7.000 Rückzahlungen onchain, 1,58 Millionen US-Dollar und mehr an gezahlten Zinsen, null Ausfälle. Rückzahlungen übertreffen Ziehungen zahlenmäßig, weil eine Ziehung die Abrechnung vieler Karteninhaber deckt, während Rückzahlungen gebündelt eintreffen.
Karta zeigt, was eine Historie wert ist. Das Programm startete und wuchs auf einer Fazilität von Credit Coop, während die eigene Historie noch entstand, und meldete im Juni 2026 140 Millionen US-Dollar: eine Series A über 15 Millionen unter Führung von Galaxy Ventures und eine institutionelle Kreditfazilität über 125 Millionen von Community Investment Management. Moto und Xplace laufen auf derselben Infrastruktur unter derselben BIN.
Mehrere Kartenmarken teilen sich eine Abrechnungslinie
Das ist der Teil, der in einen Kartenvergleich gehört. Rain, Moto, Xplace und Karta treten als verschiedene Produkte mit verschiedenen Gebührentabellen auf, und hinter allen steht dieselbe Abrechnungsfinanzierung. Wer Guthaben auf zwei davon verteilt, diversifiziert die Oberfläche, nicht diese Ebene.
Rain reicht weiter als diese vier Namen. Avalanche Card wird von Rain Liquidity LLC ausgegeben, Ethena Pay Card von Third National mit Kartenprogramm-Management durch Rain, und Jupiter Card je nach Wohnsitz des Inhabers von Rain oder DCS. Ausgabe und Programm-Management sind eine andere Frage als die, welche Kreditlinie eine tägliche Abrechnungsverpflichtung finanziert, diese drei gehören also nicht in die Zahlen oben. Sie zeigen etwas anderes: wie viele eigenständig auftretende Karten auf der Visa-Mitgliedschaft eines einzigen Unternehmens ruhen.
Null Ausfälle über 2 Milliarden US-Dollar ist außerdem eine Aussage darüber, dass der Kreditgeber zurückgezahlt wurde, nicht darüber, was mit einem Guthaben auf der Karte geschieht. Dafür gelten die Bedingungen des jeweiligen Programms und die Frage, wer das Geld hält; die Finanzierungsstruktur sagt dazu in keine Richtung etwas.
Der nächste Schritt, den Visa beschreibt, ist eine Finanzierung genau zum Bedarfszeitpunkt: Die tägliche Abrechnungsdatei löst eine taggleiche Auszahlung über exakt den geschuldeten Nettobetrag aus, sodass Kapital für Stunden statt für Tage gebunden ist. Für ein Programm sinken damit die Kosten der Vorfinanzierung. Für Karteninhaber wirkt das indirekt und zeigt sich vor allem, wenn es fehlt: Betriebskapital für die Abrechnung ist einer der Gründe, warum ein kleines Programm überhaupt starten kann, und einer der leiseren Gründe, warum eines wieder verschwindet.
Quellen: Visa: Financing the next hundred stablecoin-linked card programs, Auslöser auf X.
Verwandte Karten
Rain Card
→Multi-chain virtuell & physisch Karte von Rain, unterstutzt USDC, USDT und kyc erforderlich.
Karta Card
→Ethereum virtuell Karte von Karta, unterstutzt USDT, USDC und kyc erforderlich.